40.000 Pa und eine Station, die sich selbst ausspült: Ecovacs legt nach
Der Rhythmus im Saugroboter-Markt ist längst absurd. Kaum steht ein Modell ein halbes Jahr im Regal, schiebt der Hersteller den Nachfolger hinterher. Ecovacs macht da keine Ausnahme. Im Februar kam der Deebot T90 Pro Omni, jetzt steht schon der T90S Pro Omni in den Startlöchern. Die spannende Frage ist wie immer: Steckt hinter dem „S“ echter Fortschritt oder nur ein neues Datenblatt?
Wischwalze bleibt, Kantenreinigung wird sanfter
Beim Wischen setzt Ecovacs weiter auf die bewährte Wischwalze. Sie ist 27 cm lang und rotiert mit bis zu 200 Umdrehungen pro Minute – beides identisch zum T90 Pro Omni. Während der Fahrt wird sie durchgehend mit frischem Wasser gespült, statt aufgenommenen Dreck wieder auf dem Boden zu verteilen. Genau dieses Prinzip hat mich schon beim X8 Pro Omni im Test überzeugt. Auf Teppichen hebt sich die Walze um 1,5 cm an.
Neu ist die Kantenreinigung, die den extravaganten Namen TruEdge 3.0 Extreme trägt. Sie bekommt einen Filz-Luftschutz, der Sockelleisten und Möbelbeine beim Ausfahren der Walze vor Kratzern schützen soll. Im reinen Wischmodus verspricht Ecovacs die doppelte Reinigungseffizienz gegenüber der Vorgängergeneration.

40.000 PA Saugkraft – der Luftstrom bleibt fast gleich
Die Schlagzeile liefert die Saugkraft: 40.000 Pa statt 30.000 Pa. Klingt nach einem Drittel mehr Power. Nur steigt der Luftstrom laut Datenblatt von 16 auf 16,45 l/s, also um knapp drei Prozent. Pascal wird am abgedichteten Rohr gemessen, gesaugt wird im Wohnzimmer aber mit Luftstrom. Wie viel von den zusätzlichen 10.000 Pa tatsächlich im Teppich ankommt, muss der Praxistest zeigen.
Handfester ist der neue 53-AW-Motor mit verstärkter Doppel-Lagerkonstruktion. Gegen Haarwickel arbeitet weiterhin das System „ZeroTangle 4.0“ mit gezielter Luftstromführung.
„Giant Wave“: Die Station spült ihre eigene Bodenplatte
Die eigentliche Neuerung steckt im Dock. Die Station wäscht die Walze, anschließend flutet die neue Giant-Wave-Funktion die Bodenplatte der Basis und spült Rückstände weg, bevor sie in der Wanne antrocknen. Die obere Schicht der Platte lässt sich zusätzlich austauschen. Auch der Schmutzwasserbehälter wird automatisch entleert. Wer schon einmal eine verkrustete Waschwanne von Hand ausgekratzt hat, weiß: Das ist im Alltag mehr wert als 10.000 Pa auf dem Papier.

In der Station stecken 4 Liter Frischwasser, 2,2 Liter Schmutzwasser und ein 2,5-Liter-Staubbeutel. Leiser wird der Roboter ebenfalls: bis zu 5 dB(A) beim Saugen und 3 dB(A) bei der Staubaufnahme. Das entspricht einer gefühlten Lautstärke, die rund 30 beziehungsweise 20 Prozent niedriger liegt. Einen konkreten Geräuschpegel nennt Ecovacs noch nicht.
Flach, kletterfreudig, ausdauernd
Auf einen Lidar-Turm verzichtet Ecovacs erneut. Ein Mini-ToF-Sensor und Aivi 3D 4.0 mit strukturiertem Licht und RGB-Kamera übernehmen die Navigation, das Gehäuse bleibt bei einer Bauhöhe von 9,5 cm. Ein spezielles Fahrwerk soll einzelne Schwellen von bis zu 4 cm überwinden.
Der 4.000-mAh-Akku lädt in 2,5 Stunden voll, per PowerBoost kommen 10 Prozent in drei Minuten nach. Ecovacs verspricht dadurch bis zu 1.000 m² am Stück. Somit doppelt so viel wie beim T90 Pro Omni.
Preis und Verfügbarkeit des Deebot T90S Pro Omni
Der Deebot T90S Pro Omni kommt am 24. September in Schwarz und Weiß für 799 Euro auf den Markt, zunächst bei Otto, weitere Händler folgen. Vom 29. September bis 7. Oktober kostet er 699 Euro. Im Lieferumfang liegen eine Ersatzwalze, Seitenbürste, Filter, Staubbeutel und eine 260-ml-Reinigungslösung.
Zur Einordnung: Der T90 Pro Omni startete zur exakt gleichen UVP und ist heute ab rund 500 Euro zu haben. Bei Ecovacs lohnt sich Abwarten fast immer.
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