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Nach Anmeldung: So holen sich Rentner einen Zuschuss von 456 Euro pro Jahr

In Deutschland leben rund 21,5 Millionen Rentner. Viele von ihnen haben ihr Leben lang gearbeitet, eingezahlt, gehofft, dass am Ende genug bleibt, um ruhig alt zu werden. Doch die Realität sieht für einen großen Teil anders aus. Etwa 3,5 Millionen Rentner ab 65 Jahren gelten als von Altersarmut bedroht. Das sind rund 20 Prozent. Und 755.300 Menschen bekommen bereits Grundsicherung im Alter, weil ihre Rente nicht reicht, um das Nötigste zu bezahlen. Das ist die offizielle Seite der Statistik.

Die inoffizielle ist schwerer zu fassen, aber vielleicht noch wichtiger: Experten gehen davon aus, dass viele Menschen eigentlich Anspruch auf Unterstützung hätten, ihn aber nicht wahrnehmen. Scham spielt dabei eine Rolle, auch Unwissenheit oder der Dschungel aus Formularen. Die Dunkelziffer könnte bei bis zu 70 Prozent liegen. Das bedeutet: In Deutschland gibt es sehr wahrscheinlich Hunderttausende, vielleicht Millionen, die durch das Raster fallen. Und genau hier setzt der Verein Ein Herz für Rentner e.V. an.

Für Rentner ab 66 Jahren

Der Verein kümmert sich um Rentner ab 66 Jahren, deren Einkommen zwischen 500 und etwa 1.300 Euro liegt. Also Menschen, bei denen jeder unerwartete Betrag entscheidet, ob am Monatsende noch Geld für Medikamente, Strom oder einfach ein bisschen Leben übrig bleibt. Die Hilfe ist sehr konkret.

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Es geht um Zuschüsse für Dinge, die im Alltag fehlen oder plötzlich kaputtgehen: Medikamente, die die Krankenkasse nicht übernimmt, eine neue Brille, Fahrkarten oder Nachzahlungen bei Strom und Nebenkosten. Manchmal auch ganz einfache Dinge wie eine Waschmaschine, eine Matratze oder Kleidung. Dinge, die für viele selbstverständlich wirken, aber für Betroffene schnell zum Problem werden.

Dazu kommen auch Angebote, die man leicht unterschätzt, obwohl sie oft genauso wichtig sind: soziale Veranstaltungen. Denn Altersarmut ist nicht nur ein Geldproblem, sondern auch ein Rückzug aus dem Leben. Wenn das Geld nicht reicht, bleibt man öfter zu Hause. Und irgendwann bleibt man nicht nur zu Hause, sondern auch allein.

Antrag stellen, Unterstützung erhalten

Ein besonders einfaches, aber wirkungsvolles Modell des Vereins sind Patenschaften. Für 38 Euro im Monat können Unterstützer helfen, regelmäßige Leistungen zu ermöglichen. Dieses Geld wird gesammelt und gezielt eingesetzt, etwa für kleine monatliche Zuschüsse oder konkrete Unterstützung im Alltag. Und Rentner können diese 38 Euro pro Monat, die sich auf 456 Euro im Jahr summieren, beantragen.

Die Antragstellung erfolgt direkt über den Verein, unter anderem mit Rentenbescheid und den entsprechenden Nachweisen. Danach wird geprüft, ob und in welcher Form geholfen werden kann. Mehr Informationen und das Formular finden sich hier: Ein Herz für Rentner e.V. – Hilfe für Rentner.

Wer Unterstützung beantragen will, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Der Verein richtet sich an Senioren ab 66 Jahren mit niedriger Rente. Außerdem gilt: Staatliche Hilfen wie Grundsicherung im Alter oder Wohngeld müssen grundsätzlich beantragt worden sein. Nur so soll sichergestellt werden, dass die Hilfe wirklich bei denen ankommt, die sie brauchen.

Weitere Hilfen und Unterstützung

Wenn die eigene Rente vorne und hinten nicht reicht, gibt es mit der „Grundsicherung im Alter“ eine staatliche Hilfe. Sie zahlt das Existenzminimum, wenn Einkommen und Rente zu niedrig sind. Sie übernimmt je nach Bedarf Mietkosten, Heizkosten, Kranken- und Pflegeversicherung und den Regelsatz für Lebensunterhalt.

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Darüber hinaus gibt es das Wohngeld. Es richtet sich an Rentner, deren Einkommen knapp über der Grundsicherung liegt. Das heißt: Wer „zu viel“ für Grundsicherung hat, kann trotzdem Wohngeld bekommen. Je nach Miete und Region sind 100 bis 400 Euro drin. In bestimmten Fällen können ältere Menschen über das Bürgergeld abgesichert sein, etwa wenn noch kein Rentenanspruch besteht oder bei Erwerbsminderung vor Rentenbeginn.

Rentner, die mit den Anträgen und Hilfen allein nicht zurechtkommen, denen helfen Organisationen wie die Caritas Deutschland, Diakonie Deutschland und Arbeiterwohlfahrt (AWO). Sie bieten kostenlose Sozialberatung, Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen, Vermittlung von Zuschüssen und manchmal sogar direkte Einzelfallhilfen, etwa bei Stromschulden.

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