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Ich habe über ein Jahr ein Smart Lock genutzt: Auf eine Sache will ich nie wieder verzichten

Eine Lampe, die nicht reagiert, ist ärgerlich. Ein Türschloss, das nicht reagiert, kostet dich einen Schlüsseldienst. Genau deshalb halten sich Vorbehalte gegen elektronische Türschlösser hartnäckiger als bei jeder anderen Smart-Home-Kategorie. Einer eigenen Kundenbefragung von Nuki zufolge zählen Sicherheitsbedenken für 44 Prozent der Befragten zu den größten Hemmschwellen vor dem ersten Kauf.

Ich kann diese Skepsis nachvollziehen. Beantworten lässt sie sich aber nur mit Zeit, nicht mit einem Testwochenende. Das Nuki Smart Lock Pro 5.0 (zum Test) hängt seit Mai 2025 an meiner Wohnungstür und ist seitdem nicht abmontiert worden. Wie hat das meinen Alltag verändert?

Fünf Minuten Montage, und der Zylinder bleibt drin

Ein großer Vorteil des Nuki Smart Lock Pro 5.0 war schon die Montage. Das Türschloss kommt ohne Zylindertausch aus. Im Karton liegen zwei Fixierplatten zum Kleben oder Schrauben, das Werkzeug gleich mit. Die App hilft dir dabei, vorab per Hilfskarte den Zylinderüberstand abzumessen, und sagt dir, welche Platte du benötigst.

Bei mir wurde es die Klebeplatte. Der gesamte Vorgang hatte rund fünf Minuten gedauert, Firmware-Update inklusive. Für Mietwohnungen und Häuser mit Schließanlage ist das der entscheidende Punkt: Du greifst nicht in die Mechanik ein und kannst beim Auszug rückstandslos zurückbauen. Abgefallen ist in 16 Monaten nichts.

Nuki Smart Lock Pro 5.0
Nuki Smart Lock Pro 5.0 Bildquelle: inside digital

Im Betrieb fällt vor allem das Tempo auf. In der App wählst du zwischen drei Geschwindigkeiten. Im Modus „Insane“ ist die Tür in etwa einer Sekunde offen, im Standardmodus dauert es rund 1,5 Sekunden. Wer es leiser mag, nimmt „Gentle“ und zahlt mit etwas mehr Zeit. Denn leise ist das Schloss nicht: Beim Auf- und Zusperren gibt es einen deutlich hörbaren metallischen Klang von sich. Mich stört er nicht, im Mehrparteienhaus ist er trotzdem um zwei Uhr nachts ein Thema, da er auch im „Gentle“-Modus leicht hörbar ist.

Dreimal ausgesperrt, dreimal von der Arbeit aus geöffnet

Dreimal hat sich das Schloss auf besondere Weise bezahlt gemacht, und jedes Mal nicht bei mir. Meine Freundin stand ohne Schlüssel vor der Tür, ich saß auf der Arbeit. Ein Tipp in der App und die Tür war offen. Kein Anruf beim teuren Schlüsseldienst, keine Rückfahrt quer durch die Stadt.

Screenshots aus der Nuki-App
Screenshots aus der Nuki-App Bildquelle: Thomas Kern / inside digital

Möglich macht das ein Detail der fünften Generation: WLAN und Matter stecken direkt im Schloss, eine zusätzliche Bridge brauchst du nicht. Der Fernzugriff hängt damit allerdings an deinem Router und deiner Internetleitung. Fällt beides aus, fällt auch das Öffnen aus der Ferne aus. Der klassische Schlüssel gehört deshalb weiterhin in die Handtasche, nur eben als Reserve statt als Hauptzugang. Etwas, was ich als Läufer auch sehr zu schätzen weiß. Für mich gibt es nichts Nervigeres, als einen klappernden Schlüsselbund in der Hosentasche zu haben.

Kein Pflichtkonto, und das Flurlicht geht trotzdem automatisch an

Für mich ist das die wichtigste Eigenschaft am ganzen Gerät: Nuki lässt sich ohne Nutzerkonto betreiben. Die App führt dich durch die Einrichtung, das Schloss läuft, fertig. Kein Profil, keine E-Mail-Adresse, keine Datenweitergabe als Eintrittskarte in die eigene Wohnung. Außerdem klappt der Fernzugriff über Matter in Apple Home. Vorausgesetzt du hast eine Home-Zentrale wie HomePod oder Apple TV im Haus. Bei mir läuft es über einen HomePod mini.

Wie viel dieser Punkt wert ist, zeigt der Blick zur Konkurrenz. SwitchBot öffnet die Tür per 3D‑Gesichtserkennung. Die Gesichtsdaten bleiben nach Herstellerangaben lokal auf dem Gerät. Ohne SwitchBot-Konto läuft trotzdem nichts, die Registrierung steht als Voraussetzung in der Einrichtungsanleitung. Nukis Antwort heißt Keypad 2 NFC (zum Test), das erste Zubehör mit Tap to Unlock über den neuen Aliro-Standard. Im Test lief das tadellos, es setzt aber passende Apple- oder Samsung-Hardware voraus und kostet extra. Gesichtserkennung bietet Nuki nicht.

Nuki Keypad 2 NFC
Nuki Keypad 2 NFC Bildquelle: inside digital / Thomas Kern

Genau dort zahlt sich Matter ein zweites Mal aus. Bei mir schalten sich die Hue-Flurlampen automatisch ein, sobald das Schloss ab einer bestimmten Uhrzeit aufsperrt. Klingt nach Spielerei, will ich nach zwei Wochen aber nicht mehr missen. Ein Nuki-Abo braucht es dafür nicht, die Logik liegt komplett in Apple Home. Auch die Steuerung über die Nuki-Apple-Watch-App hat im gesamten Zeitraum funktioniert.

Warum es für mich weiterhin das beste Smart Lock am Markt ist

Das Urteil trägt sich nicht über eine einzelne Disziplin. Beim Tempo etwa hat die Konkurrenz aufgeschlossen: SwitchBots neues Schloss soll in 1,1 Sekunden öffnen und liegt damit auf Augenhöhe. Was Nuki nach 16 Monaten für mich vorn hält, ist die Summe: kein Zylindertausch, kein Hub, kein Pflichtkonto, dazu die tiefste App, die ich an einer Tür hatte.

Die Kehrseite verschweige ich nicht. Der Akku ist fest verbaut. Laut Hersteller hält er bis zu neun Monate, allerdings ohne Fernzugriff. Eine Reservebatterie oder eine mechanische Notentriegelung, wie sie SwitchBot mitliefert, hat Nuki nicht. Apropos Akku: Im Laufe der 16 Monate musste ich das Türschloss nur zweimal laden.

Ein Jahr ohne Zwischenfall ist kein Sicherheitsbeweis

Jetzt der Teil, den ich nicht schönreden will. Ich habe mich die ganze Zeit sicher gefühlt, nur ist ein gutes Gefühl kein Beleg. Ein Gerät, eine Tür, 16 Monate: Das sagt etwas über Zuverlässigkeit aus, nichts über Angriffssicherheit. Dazu gehört: Das Pro sitzt innen auf dem vorhandenen Zylinder und tauscht ihn nicht aus. Deine mechanische Sicherheit bleibt exakt die, die du vorher hattest.

Bei der Datensicherheit gibt es inzwischen einen härteren Maßstab als Herstellerversprechen. Nuki trägt seit März 2025 das Zertifikat „Approved IoT Product“ des AV-TEST-Instituts. Wichtiger ist, was seit dem 11. September mit dem Cyber Resilience Act gilt: Hersteller müssen ausgenutzte Schwachstellen binnen 24 Stunden melden und betroffene Nutzer selbst informieren. Ein stiller Patch im Hintergrund reicht nicht mehr. Ab Dezember 2027 kommt der angegebene Supportzeitraum dazu, die Zahl, auf die du beim nächsten Kauf achten solltest.

Fazit: Nuki ist für mich ein No-Brainer

Das Nuki Smart Lock Pro 5.0 kostet 269 Euro UVP und bleibt damit teurer als die Konkurrenz. Zusammen mit dem Keypad 2 NFC sind es nach UVP 448 Euro. Wer Wert auf Datensparsamkeit legt und ohne Herstellerkonto auskommen will, findet trotzdem keine Alternative, und mir ist dieser Punkt den Aufpreis wert. Und wer einfach nur schlüssellos rein und raus möchte, macht mit einem günstigeren Schloss ebenfalls nichts falsch. Er zahlt den Preis eben in Form eines Accounts, den er sonst nirgends gebraucht hätte.

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augustopjulio

I'm Augusto de Paula Júlio, creator of Tech Next Portal, Tenis Portal and Curiosidades Online, a hobby tennis player, amateur writer, and digital entrepreneur. Learn more at: https://www.augustojulio.com.