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DSL statt Glasfaser: Darum stoppt jetzt oft der Ausbau

Die Leitung liegt, die Buchse ist gesetzt – nur genutzt wird sie nicht. Das ist gerade das Kernproblem der deutschen Glasfaserbranche. Von 24,3 Millionen quasi gebauten Anschlüssen sind nur 6,6 Millionen tatsächlich geschaltet. Das entspricht einer Quote von 27 Prozent. Oft ist auch dabei nur die Buchse wirklich gesetzt – sicherlich ein Teil des Problems. Die Zahlen stehen in einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft PwC und beziehen sich zumindest teilweise auf den Stand von Juni 2025, sind also schon ein Jahr alt. In diesem Jahr hat sich einiges getan.

Warum so viele beim alten Anschluss bleiben

Klingt nach einer Randnotiz aus der Branche. Ist es nicht. Denn wo zu wenige Kunden einen Anschluss schalten lassen, rechnet sich das Netz nicht. Und wo sich das Netz nicht rechnet, wird das nächste oft gar nicht erst gebaut.

Der Hauptgrund ist banal: Vielen Kunden reicht, was sie haben. VDSL oder Kabel liefern genug Tempo für Streaming und Videocalls. Also bleibt die Glasfaserdose ungenutzt im Keller. Dazu kommen Vermieter, die den Ausbau im Mehrfamilienhaus verzögern oder ganz blockieren. Und auch der Preis lockt nicht: Bei gleichem Tempo kostet Glasfaser laut PwC kaum weniger als DSL oder Kabel. Spürbar teurer wird es erst, wenn du mehr Tempo buchst. Warum also wechseln?

Teuer gebaut, nichts verdient

Für die Anbieter ist genau das ein Problem. Ein einziger Glasfaseranschluss bis in die Wohnung kostet laut PwC zwischen 300 und 1.050 Euro im Ausbau. Frühere Daten, die inside digital vorlagen, gingen sogar von noch höheren Werten aus. Das Geld steckt dann in der Erde – zurückfließt aber nichts, solange niemand den Anschluss bucht. Womit die Netzbetreiber sonst noch kalkulieren, haben wir früher schon erklärt.

Die Folgen sind längst sichtbar. Deutsche Glasfaser hat ihr Ausbauziel von 6,0 auf 3,2 Millionen Haushalte fast halbiert. Tele Columbus nahm eine Abschreibung von 793 Millionen Euro auf den Firmenwert vor. Ruhrfibre und Metrofibre haben Insolvenz angemeldet. Und in Mainz stoppte die Deutsche GigaNetz den Ausbau, weil sich im Vorfeld zu wenige Kunden angemeldet hatten. All diese Daten stehen allein in der PwC-Studie.

Zwei Netze, eine Straße

Dazu kommt ein hausgemachtes Risiko. Viele Anbieter bauen in denselben lukrativen Gegenden, während andere Orte leer ausgehen. Rechnerisch entsteht so bis 2030 ein Überbau von rund 6 Millionen Anschlüssen, falls alle Anbieter ihre Pläne umsetzen, so PwC. Liegen aber zwei Netze in einer Straße, wird keines davon voll ausgelastet. Beide rechnen sich schlechter. Und schon die Ankündigung eines Konkurrenten, im selben Gebiet zu bauen, drückt den Wert des vorhandenen Netzes in der Bilanz.

Was das für dich heißt

Der Bedarf an schnellem Internet wächst weiter. „Der Datenverbrauch wird sich alle drei Jahre verdoppeln“, sagte PwC-Director Michael Driemeyer bereits 2025. Man müsse den Ausbau heute beschleunigen, um morgen nicht in Engpässe zu laufen. Glasfaser ist die einzige Anschlussart, die über Jahrzehnte mithält. Sie bietet hohe Upload-Geschwindigkeiten und eine stabile Leitung. Wer heute abwinkt, weil VDSL ja reicht, sorgt mit dafür, dass der Ausbau in seiner Region hängen bleibt. Das Netz von morgen entsteht nur, wenn genug Leute es heute buchen. Und ist der Ausbau erst gestoppt, kommt er so schnell nicht zurück. Und wer trotz erfolgtem Ausbau in der Straße den Hausanschluss erst später zulässt, zahlt oft tausende Euro aus eigener Tasche.

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augustopjulio

I'm Augusto de Paula Júlio, creator of Tech Next Portal, Tenis Portal and Curiosidades Online, a hobby tennis player, amateur writer, and digital entrepreneur. Learn more at: https://www.augustojulio.com.