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Dieser PayPal-Trick funktioniert seit Jahren

Wir bilden uns gerne ein, digitale Füchse zu sein, wenn wir beim Online-Shopping geschmeidig auf das bunte PayPal-Knöpfchen drücken. Es fühlt sich ja auch so herrlich gratis an, während wir uns einreden, dank des heiligen Käuferschutzes unbesiegbar zu sein. In Wahrheit hat der deutsche Michel aus hysterischer Angst vor Bösewichten im Netz und echten Kreditkarten sein Seelenheil schlicht einem US-Konzern überschrieben, der sich dieses Vertrauen seit zwei Jahrzehnten fürstlich bezahlen lässt. Denn natürlich ist hier gar nichts kostenlos.

Die Händler wälzen die Gebühren der Zahlungsanbieter einfach versteckt auf die Produktpreise ab, weshalb am Ende alle mehr zahlen. Auch die Oma an der Supermarktkasse, die ihre Brötchen noch passend mit Münzgeld abzählt, und vermutlich nicht einmal weiß, was PayPal ist. Während Google unsere Konsumspuren für Werbeprofile absaugt und Apple als digitaler Wegelagerer bei jeder Transaktion Maut kassiert, freuen wir uns naiv über die gesparten drei Sekunden Lebenszeit.

PayPal? Wero soll es richten

Genau in diese Bequemlichkeitsfalle stolpert nun Wero, der deutlich verspätete Rettungsversuch der europäischen Finanzindustrie. Jahrelang haben die heimischen Banken däumchendrehend zugeschaut, wie ihnen das lukrative Bezahlgeschäft vor der eigenen Haustür weggekapert wurde, um nun krampfhaft mit der Flagge der „europäischen Souveränität“ zu winken.

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Die Idee klingt auf dem Papier sympathisch: keine US‑Datengier, keine gierigen Zwischenhändler, das Geld wandert direkt von Girokonto zu Girokonto. Doch den titanischen Netzwerkeffekt von PayPal bricht man nicht mit Datenschutz-Paragraphen und patriotischen Appellen. Der Mensch hat nämlich eine bemerkenswerte Schwäche für Dinge, die bereits funktionieren. Er nimmt lieber den bekannten Knopf als den neuen, besseren Knopf. Selbst dann, wenn er sich anschließend darüber beschwert, dass der alte Knopf ihn Geld kostet.

Die Sollbruchstelle

Zudem hat der Wero-Motor eine eingebaute Sollbruchstelle: das irre Tempo. Geld fließt per SEPA-Echtzeit in wenigen Sekunden unwiderruflich ab. Wer auf einen fiesen Fake-Shop oder Schockanruf hereinfällt, sieht sein Geld nie wieder, weil es schlichtweg weg ist. Wo PayPal mit dem Knüppel der Kontosperrung Händlern sofort die Beute entzieht und Geld (in der Regel) kulant zurückbucht, schickt Wero den geschädigten Kunden erst einmal auf einen bürokratischen Hindernislauf über die eigene Hausbank. Der versprochene Wero-Käuferschutz ist noch ein Papiertiger, der im echten Betrugsfall erst beweisen muss, dass er nicht an der eigenen Schwerfälligkeit erstickt.

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Am Ende haben wir die Wahl zwischen dem bequemen US-Überwachungs-Schlaraffenland und einem hölzernen europäischen Verteidigungsprojekt. Wer seine Daten nicht nach Übersee schaufeln will, müsste eigentlich morgen umsteigen. Doch die Realität wird lachhaft nüchtern bleiben: Die meisten werden aus reiner Faulheit beim Online-Shopping weiter das gewohnte US-Logo anklicken und sich dabei einreden, die digitale Welt geschenkt zu bekommen.

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augustopjulio

I'm Augusto de Paula Júlio, creator of Tech Next Portal, Tenis Portal and Curiosidades Online, a hobby tennis player, amateur writer, and digital entrepreneur. Learn more at: https://www.augustojulio.com.