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365 Euro im Monat: Die Gen Z macht alles richtig. Es reicht trotzdem nicht

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Man musste in Deutschland nie besonders ambitioniert sein, um vom eigenen Haus zu träumen. Es reichte, sich an den Plan zu halten: Schule, Ausbildung oder Studium, arbeiten, sparen, irgendwann kaufen. So zumindest die Idee. Für viele Generationen gehörten die eigenen vier Wände deshalb zum guten Leben wie der sichere Job und die Altersvorsorge. Bei der Gen Z ist das anders.

Der alte Plan funktioniert plötzlich nicht mehr

Die jungen Erwachsenen, die heute zwischen 18 und 30 sind, kennen diesen Plan noch. Sie glauben nur nicht mehr daran, dass er für sie gilt. Das zeigt eine Umfrage, die das Institut forsa im Auftrag der ING Deutschland und Visa unter tausend jungen Menschen durchgeführt hat. Gedacht war die Umfrage eigentlich als Werbung für ein neues Sparprodukt. Was am Ende dabei herausgekommen ist, liest sich weniger wie eine Produktankündigung und mehr wie ein Abgesang.

Wohnen zweiter Klasse: Wie die Nebenkosten zur Armutsfalle werden

Nur noch 49 Prozent der Befragten rechnen überhaupt damit, im Alter eine gesetzliche Rente zu bekommen. Ein Jahr zuvor waren es noch 56 Prozent. Fast vier von fünf der Gen Z haben Angst, im Alter arm zu sein. Und dass der Staat wenigstens den bisherigen Lebensstandard halten kann, glauben gerade einmal 5 Prozent.

Das Ende der Rente ist schon eingerechnet

Auf diese Zahlen war man vorbereitet. Über die schwindende Rente reden Ökonomen seit Jahrzehnten, und die junge Generation hat gelernt, damit zu rechnen, so wie man mit Regen im November rechnet.

Noch deutlicher wird der Bruch bei einer anderen Zahl: Nur 30 Prozent der jungen Erwachsenen sparen überhaupt noch für eine Immobilie. Ein Jahr zuvor waren es 40 Prozent. Zehn Prozentpunkte weniger in nur zwölf Monaten. Oder anders gesagt: Ein Viertel der Gen Z, die noch auf die eigenen vier Wände hingearbeitet hat, ist inzwischen ausgestiegen.

Und dann ist da noch das Geld

Was junge Menschen stattdessen mit ihrem Geld machen, verrät die ING gleich mit. Und das mit sichtlichem Stolz. Knapp die Hälfte der Gen‑Z-Depotkunden zahlt regelmäßig in einen Wertpapiersparplan ein, im Schnitt 365 Euro im Monat. 90 Prozent dieses Geldes fließen in ETFs, also breit gestreute Fonds wie den MSCI World oder den FTSE All-World. Das durchschnittliche Depot wuchs innerhalb eines Jahres von 14.600 auf 17.800 Euro.

→ Aktien und ETF: So investieren die Deutschen

Die ING hat dafür die passende Erfolgsgeschichte gleich mitgeliefert: Eine kluge, disziplinierte Generation macht aus der Not eine finanzielle Tugend. Man kann die Zahlen aber auch anders lesen.

Die Gen Z spart. Es reicht nur nicht.

inside digital hat vor wenigen Wochen anhand von Zahlen der Verbraucherzentrale gezeigt, dass gerade einmal 6 Prozent der jüngeren Mieterhaushalte überhaupt genug Eigenkapital besitzen, um eine Immobilie zu kaufen. Dabei könnten sich 39 Prozent von ihnen die monatliche Rate leisten. Gespart wird also. Was fehlt, ist das Eigenkapital, das Banken sehen wollen, bevor sie überhaupt einen Kredit anfassen.

Wer sich das Haus nicht mehr leisten kann, kauft eben ETFs. Nicht unbedingt, weil er es so geplant hatte, sondern weil ihm für den klassischen Weg zunehmend etwas Entscheidendes fehlt: die Aussicht, ihn sich leisten zu können.

Die Bank nennt das Fortschritt

Und ausgerechnet die Bank, der dieser Immobilienkredit entgangen ist, verkauft der Gen Z das Trostpflaster als Fortschritt. „Die private Altersvorsorge wird dann erfolgreich sein, wenn Menschen tatsächlich ins Handeln kommen“, sagt ING-Vorstandschef Lars Stoy dazu.

Ins Handeln kommen, weil ihnen die Alternative genommen wurde, hätte er ergänzen können. Hat er aber nicht. Die Gen Z gibt den Traum vom Eigenheim nicht auf, weil sie ihn nicht mehr will. Sie gibt ihn auf, weil sie ihn sich nicht mehr leisten kann. Der Rest ist Marketing.

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augustopjulio

I'm Augusto de Paula Júlio, creator of Tech Next Portal, Tenis Portal and Curiosidades Online, a hobby tennis player, amateur writer, and digital entrepreneur. Learn more at: https://www.augustojulio.com.