Ecovacs greift ein Problem an, das andere ignorieren: Deebot X12S OmniCyclone im Test
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27.000 Pa bei 27l/Sec Luftstrom und einem 50 Airwatt Motor ist es der leistungsstärkste DEEBOT bisher. Er kann eine 25kg schwere Stahlkugel hochsaugen (siehe Bild von der IFA). Eine 27 cm breite Wischwalze und zwei Hochdruckdüsen, die Flecken einweichen, bevor gewischt wird. Kostenpunkt: 1.299 Euro (UVP). Der Ecovacs Deebot X12S OmniCyclone ist offiziell ein Facelift des Deebot X12 OmniCyclone, praktisch schraubt Ecovacs aber an fast jeder Stellschraube. Ich habe den neuen Top-Saugroboter getestet.
Design und Einrichtung des Ecovacs Deebot X12S OmniCyclone
Am Grundgerüst ändert Ecovacs wenig. Der Roboter misst 9,8 cm und bleibt damit exakt so flach wie der Deebot T80 Omni (Test). Auffällig ist die gebürstete Oberseite mit dem Y-förmigen Designelement, unter dem die einzige Taste sitzt. An der Front sitzen die beiden FocusJet-Düsen, im Roboter ein 250-ml-Staubbehälter und ein 110-ml-Tank.
Die OmniCyclone-Station kommt auf die Maße 38 × 33,5 × 46,5 cm und ist der eigentliche Star. Sie arbeitet ohne Staubbeutel: Der Schmutz landet per PureCyclone-2.0-Absaugung in einem Behälter, den du ausklopfst und wieder einsetzt. Dazu kommen 3,5 Liter Frischwasser, 2,7 Liter Schmutzwasser und schließlich zwei Tanks für Reinigungsmittel. Beigelegt sind je 260 ml Standard- und Intensivlösung, außerdem Ersatzwalze, Seitenbürste und ein antibakterieller Filter.

Der Fokus dieser Generation liegt aber auf der Station selbst. Fresh-flow Power Washing spült die Walze mit heißem Frischwasser über 32 Düsen, ein zweistufiger Abstreifmechanismus zieht Schmutzwasser ab. Neu ist Giant Wave, das die Waschschale nach jedem Waschgang mit Hochdruck durchspült. Genau dort setzt sich sonst der Schmodder fest, den man irgendwann mit Küchenpapier herausholt. Und der Schmutzwasserbehälter wird nicht nur automatisch gereinigt, sondern zeitgesteuert erhitzt. Laut Ecovacs ist das ein Novum im eigenen Portfolio. Wer die Station schon mal zwei Wochen ignoriert und dann daran gerochen hat, weiß, warum das relevant ist.

Die Einrichtung läuft über die Ecovacs-Home-App und ist nach dem Scannen des QR-Codes in wenigen Minuten erledigt. Das Mapping der Testfläche geht zügig. Allerdings leistet sich der Roboter einen Fehler bei der Raumaufteilung, sodass ich im Nachhinein in der App nachjustieren muss.
Ecovacs-Home-App im Detail
Die App ist übersichtlich und bietet alle Reinigungsfunktionen direkt im Hauptmenü. Hier legst du Saugstufe, Wasserdurchflussrate und Reihenfolge fest, siehst live die Karte und steuerst die Station. Die Walzenwäsche, Trocknung und Absaugung lassen sich jederzeit von Hand anstoßen. Sperrzonen, Zeitpläne und Raumprofile sind ebenfalls an Bord.

Spannend ist FocusJet in der App: Du aktivierst die Fleckenvorbehandlung dauerhaft oder definierst eine Zone, in der der Roboter hartnäckigen Schmutz vorlöst. In der Küche ist das der praktischste Anwendungsfall.

So gut saugt und wischt der Ecovacs Deebot X12S OmniCyclone
Auf dem Papier legt Ecovacs deutlich zu. Der 53-AW-Motor soll über 35 Prozent mehr Saugleistung liefern als die Vorgängergeneration. Mit „BLAST“ steigt die Spitzenleistung auf 27.000 Pa und einem Luftstrom von 27l/sec Zum Vergleich: Der Roborock Saros 20 Sonic (Test) wirbt mit 36.000 Pa, kostet aber auch 1.599 Euro. Pa sagt alleine nichts aus.
Das Saugergebnis ist in weiten Teilen völlig in Ordnung. Lediglich bei feinem Sand tut sich der Roboter im Test schwer. Bei großen Partikeln wie Haferflocken lässt der Ecovacs-Sauger dagegen kaum etwas liegen. Das gleiche Bild zeigt sich auch in Ecken.
| Testvolumen (g) | Ansaugvolumen (g) | Effizienz (%) | |
|---|---|---|---|
| Haferflocken (Fliesen) | 10 g | 9,7 g | 97 % |
| Haferflocken (Teppich) | 10 g | 9,3 g | 93 % |
| Sand (Teppich) | 10 g | 8,8 g | 88 % |
Auf Teppichen sieht das Bild so ähnlich aus wie auf dem Hartboden. Interessant ist vor allem die Milbenkammer. Eine flache Führungsrolleneinheit soll konstanten Kontakt zum Teppichflor halten, während um 130 Prozent dickere Bürstenleisten die Fasern aufarbeiten. Nach Angaben von Ecovacs sollen über 95 Prozent der Hausstaubmilben entfernt werden.
Dafür hat der Deebot X12S OmniCyclone keine Probleme dabei, Tier- und Menschenhaare aufzusaugen. In der Haupt- und Seitenbürste hat sich im gesamten Testzeitraum nirgendwo etwas verheddert.
Kernkompetenz bleibt das Wischen. Die Wischwalze ist 27 cm lang und wird während der Fahrt kontinuierlich mit sauberem Wasser durchgespült. Der Schmutz wandert in den Abwassertank, statt auf dem Boden verteilt zu werden. Im Prinzip ist das der strukturelle Vorteil gegenüber rotierenden Pads. Der Deebot X12S OmniCyclone hat keine Probleme frische Flecken wegzuwischen. Bei eingetrockneten Flecken benötigt der Robo einige Durchläufe.

Den Anpressdruck gibt Ecovacs mit 4.000 Pa an, was sich mit den Newton-Werten der Konkurrenz nicht vergleichen lässt. Auf Teppichen wird die Walze um 15 mm angehoben. Zusätzlich gibt es eine Abdeckung, die die nasse Rolle von Teppichen abschirmt. Allerdings ist die Teppicherkennung nicht fehlerfrei. Im Test sorgte der Roboter für einige feuchte Teppichkanten. Umgehen beziehungsweise lösen kannst du das einfach mit No-Go-Zonen in der App.
Navigiert wird per dToF-Laser, für die Hinderniserkennung kombiniert Ecovacs ein strukturiertes Licht sowie eine RGB-Kamera und eine zusätzliche Lichtquelle. Allerdings leistet sich der Roboter Patzer bei flachen Gegenständen wie Kabel oder Socken. Diese musst du vor der Reinigung als No-Go-Zone in der Karte markieren. Ebenso fährt der Saugroboter häufig gegen Tisch- und Stuhlbeine.

Bei der Akkulaufzeit gab es die größte Überraschung. Denn nach 30 Minuten auf Volllast stehen nur noch 54 Prozent Restakku auf dem Tacho. Der Akku fasst 4.000 mAh. Das ist auffällig wenig, weil im günstigeren T80 Omni 6.400 mAh stecken. Ecovacs kompensiert aber mit „PowerBoost“: Der Roboter gewinnt bei einem 4-minütigen Zwischenstopp, um Frischwasser zu holen, 12 Prozent Akku.
Fazit: Lohnt sich der Ecovacs Deebot X12S OmniCyclone?
Der Deebot X12S OmniCyclone macht da weiter, wo Ecovacs seine Muskeln in der jüngeren Vergangenheit hat spielen lassen. Eine Wischwalze, Fleckenvorbehandlung und die konsequent selbstreinigende beutellose Station sind im Alltag angenehmer als alles, was mit rotierenden Pads und Einwegbeuteln arbeitet.
Ansonsten zeigt sich der X12S OmniCyclone stark beim Saugen auf unterschiedlichen Untergründen. Jedoch klappt die Teppicherkennung nicht fehlerfrei, was zu einigen nassen Teppichkanten in der Praxis führt. Hier musst du mit No-Go-Zonen nachhelfen. Hinzu kommt, dass der Akkuverbrauch immens ist. Ja, der Roboter gewinnt bei Zwischenstopps in vier Minuten 12 Prozent Akku dazu, aber in Wohnungen von über 100m2 könnte es dann doch ziemlich eng werden mit der Reinigung in einem Rutsch.
Preislich liegt der Ecovacs Deebot X12S OmniCyclone etwas unter den Konkurrenz-Flaggschiffen. 1.299 Euro verlangt der Hersteller für den Saug- und Wischroboter. Warten lohnt sich bei Ecovacs für gewöhnlich, da die Roboter nach kurzer Zeit stark im Preis fallen.

Vorteile:
- Beutellose Station
- Zwei Tanks für Reinigungsmittel, Lösungen liegen bei
- Starke Saugleistung auf Hartböden
- Roboter weicht eingetrocknete Flecken vor
Nachteile:
- Fehler bei Hinderniserkennung
- Feuchte Teppichkanten
- Sehr hoher Akkuverbrauch
- Kletterhöhe von 2,5 cm ist Klassenmittelmaß
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