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Neuer Mobilfunker gestartet: Was ihn von 100 Discountern wirklich unterscheidet

Mit Spusu ist ein weiterer Mobilfunkanbieter auf den deutschen Markt gekommen. Die Marke stammt aus Österreich und steht für „Sprich und surf“. Gegründet wurde sie von Franz Pichler, der Spusu seit 2015 Schritt für Schritt in neue Märkte führt. Nach Österreich, Italien, Großbritannien und der Schweiz ist nun Deutschland dran.

Im Interview mit inside digital erklärt Pichler, warum der deutsche Markt für Spusu lange schwer zugänglich war. Es geht um Wettbewerb, Tariflogik, Kundenservice ohne Chatbots, eSIM, Rufnummernmitnahme und die Frage, warum Spusu keine klassischen Unlimited-Tarife anbietet. Außerdem spricht er darüber, was für ihn nach einem Jahr in Deutschland als Erfolg zählt. Das Interview führte Thorsten Neuhetzki, Redakteur für Netze und Tarife bei inside digital.

Was hat es mit Spusu auf sich?

Herr Pichler, der Name Spusu steht für „Sprich und surf“. Sie sind 2015 in Österreich gestartet. Danach erfolgte der Start unter anderem in Italien, Großbritannien und der Schweiz. Immer mit dem Namen Spusu und immer am 15. Juni. Was hat es damit auf sich, und wie ist dieser Name entstanden?

Der 15. Juni war beim ersten Start 2015 einfach Zufall. Das hat sich so ergeben. Dann sind wir fünf Jahre später in Italien gestartet, zufälligerweise wieder am 15. Juni. Ab dann haben wir gesagt: Wir wollen immer am 15. Juni starten. In Deutschland war unser Start offiziell auch am 15. Juni, wir haben ihn aber erst am 16. Juni aktiv kommuniziert.

Und warum Spusu? Wir haben 2014 begonnen, den Anbieter aufzubauen. Eine unserer ersten Tätigkeiten war es, einen Namen für diesen neuen Mobilfunker zu finden. Wir hatten viele Ideen, wie beispielsweise „Olive“, aber wir haben bei jedem Namen einen Nachteil gefunden.

Ich habe in meiner Ausbildung immer gelernt, man sollte Dinge danach benennen, wofür sie da sind. „Sprich und surf“ könnte der richtige Name sein. Aber wir suchen einen kurzen Namen. Ich habe wieder spontan gesagt: Was ist eigentlich die Abkürzung von „Sprich und surf“? Irgendwer aus der Gruppe hat „Spusu“ vorgeschlagen. Diesen Namen habe ich im privaten Umfeld erwähnt und wurde eine Woche später wieder auf den Namen Spusu angesprochen. Das war der Hinweis: Jeder merkt sich das sofort. Und egal, wie falsch man das bei Google eingibt, man kommt immer zu Spusu.

Stimmt, den Namen behält man. Ich bin selbst auch immer wieder auf Spusu gestoßen in den vergangenen Jahren. Sie wollten ja schon seit vielen Jahren in Deutschland aktiv sein. Warum war dieser Markt für Sie so schwer zugänglich, und was sagt das über den Wettbewerb in Deutschland aus?

Prinzipiell versucht man natürlich, keinen Neuen in den Markt eintreten zu lassen. Das würde jedes Unternehmen der Welt machen. In Österreich war es so, dass Hutchison Orange aufgekauft hat. Dabei sind aus vier Mobilfunknetzen drei geworden. Die EU-Kommission hat ihnen die Auflage gegeben, andere ins Netz zu lassen. Das ist der Grund, warum wir 2015 in Österreich als Mobilfunker gestartet sind.

In Deutschland war es so, dass Telefónica O2 E-Plus aufgekauft hat. Das waren ja auch der dritt- und viertgrößte Anbieter. Sie sind aber, je nachdem, welche Zahlen man betrachtet, sogar zum größten Mobilfunker in Deutschland geworden. Da war mein Gedanke klar: Wenn in Österreich der Drittgrößte diese Auflage bekommt, dann wird in Deutschland der Größte sie sicher auch bekommen.

Dem war aber nicht so. Wir haben über zehn Jahre für den Markteintritt gekämpft. Letztendlich haben wir ein wesentliches Verfahren gewonnen und können jetzt voll durchstarten.

Warum braucht Deutschland noch einen Discounter?

Viele Branchenbeobachter sehen in Deutschland bereits einen harten, teilweise fast ruinösen Wettbewerb bei Discount-Tarifen. Warum braucht der Markt trotzdem Spusu?

Es gibt zwar nahezu 100 verschiedene Marken in Deutschland. In Wahrheit stecken dahinter aber fünf: die drei Großen, also Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica, dazu 1&1 und Freenet. Die meisten anderen Marken gehören zu einem dieser Anbieter. Das hält den Wettbewerb natürlich in Grenzen.

Spusu ist ein neuer, zusätzlicher Anbieter. Wir sind ein Full-MVNO mit einem komplett eigenen Core-Network. Damit sind wir sehr stark aufgestellt. Ich würde auch sagen: Wir können ein ganz anderes Kundensupport-Level erreichen, als es derzeit in Deutschland üblich ist.

Unser großes Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir im Durchschnitt nach zehn Sekunden ans Telefon gehen, wenn der Kunde uns kontaktiert. Auch bei WhatsApp sind wir sehr schnell. Wir antworten im Durchschnitt nach zwei Minuten. Und auch bei E-Mails sind wir sehr rasch. Das ist unser großer Vorteil. Das lieben die Kunden, und ich nehme an, in Deutschland werden sie das auch zu lieben wissen.

Sie versprechen faire und transparente Tarife. Was ist aus Ihrer Sicht an vielen Tarifen unfair, und was gibt es bei Spusu garantiert nicht?

Bei uns heißt es „einfach. menschlich. fair“. Diese Fairness haben wir uns als oberstes Ziel gesetzt: Der Kunde soll niemals eine zu hohe Rechnung bekommen. Bei uns gibt es die automatische Kostenkontrolle. Damit ist ausgeschlossen, dass der Kunde mehr bezahlen muss, als er eingestellt hat.
Nicht verbrauchtes Datenvolumen spart man für die nächsten Monate an. Wenn man irgendwann größere Updates macht oder mehr Daten verbraucht, hat man dieses Datenvolumen zur Verfügung und muss es nicht extra bezahlen.

Wir können langfristig Top-Qualität zu fairen Preisen anbieten

Genauso haben wir 1.000 Minuten für Auslandstelefonie dabei. Man kann von Deutschland in die EU oder auch nach England bis zu 1.000 Minuten innerhalb des Pakets telefonieren, ohne dass Extrakosten entstehen. Wir haben auch in England Roaming mit Daten und in der Schweiz Roaming mit Daten dabei. So gibt es viele Kleinigkeiten, denen wir bei „einfach. menschlich. fair.“ sehr große Bedeutung beimessen.

In Deutschland geht der Trend teilweise in Richtung Unlimited-Tarife, auch wenn diese gedrosselt sind. So etwas finde ich bei Ihnen nicht. Ist das eine bewusste Entscheidung?

Wenn man sein Datenvolumen aufgebraucht hat, wird auch bei uns gedrosselt. Aber wir sagen dazu auf keinen Fall „Unlimited-Tarife“, weil der Kunde sonst enttäuscht wäre.

Fairness sehen wir darin: Wenn der Kunde mehr Daten braucht, kann er jederzeit in einen größeren Tarif wechseln. Wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist und die Kostenkontrolle auf 0 Euro steht, ist erst einmal Schluss. Dann hat er zwei Möglichkeiten: Entweder er braucht nur ganz wenig Daten mehr und erhöht die Kostenkontrolle um ein paar Euro. Oder er braucht wesentlich mehr Daten und macht einen Tarifwechsel. Das kostet dann zusätzlich, aber nur den neuen Tarif in diesem Monat.

Wo ist der Vorteil des eigenen Mobilfunk-Core?

Sie haben den eigenen Mobilfunk-Core angesprochen. Merkt ein Kunde davon im Alltag etwas, oder ist das vor allem ein Vorteil für Sie als Anbieter? Und ist eine solche Eigenentwicklung nicht auch ein Risiko?

Der größte Vorteil liegt sicher bei uns als Anbieter, weil wir keine großen Lizenzkosten an Hersteller zahlen müssen, die solche Mobilfunk-Core-Systeme entwickeln und weltweit verkaufen. Wir haben das selbst entwickelt, selbst aufgebaut und betreiben es auch selbst. Damit sind die Kosten in der Größenordnung, in der wir uns befinden, extrem günstig für uns. Das bringt einen enormen Vorteil für unsere Kunden mit sich: wir können langfristig Top-Qualität zu fairen Preise anbieten.

Bei uns ist es eine Eigenentwicklung. Wir haben auch ein automatisches Alarmierungssystem. Wenn bei uns irgendwo ein Fehler auftritt, wird die Softwareentwicklung automatisch alarmiert und arbeitet sofort daran. So haben wir die Ausfallzeiten auf ein absolutes Minimum reduziert. Ich sage einmal: Wir haben das besser im Griff als andere.

Wenn andere ein zugekauftes System betreiben und es dort einen Ausfall gibt, haben sie ein richtiges Problem. Sie haben das Know-how nicht so richtig im Haus. Wir können dagegen das gesamte Know-how sofort und jederzeit abrufen.

Sie versprechen schnellen Service ohne Chatbots, ohne Callcenter und mit eigenen Mitarbeitern. Wie halten Sie das durch, wenn Spusu in Deutschland stark wächst?

Wir haben bereits ein sehr großes Büro in Garching angemietet. Das heißt, wir haben Potenzial zum Wachsen. Und Spusu ist eine Wohlfühlmarke. Wir haben den Net Promoter Index und den Brand Lover Index schon mehrfach gewonnen. Wir haben die zufriedensten Kunden, die Kunden, die uns am meisten weiterempfehlen.

Das hilft auch extrem bei der Mitarbeitersuche. Diese sehr angenehme, schnelle Marke spricht sich auch bei Bewerbern herum. Dadurch finden wir sehr leicht neue Mitarbeiter. Speziell in den letzten Jahren, in denen viele über die Mitarbeitersuche jammern, ist das bei uns überhaupt nicht so. Wir haben laufend Bewerbungen und können sehr schnell mit dem Kundenwachstum mitwachsen.

Außerdem haben wir noch Österreich in der Hinterhand. Sollte es mit der Mitarbeitersuche trotzdem einmal zu langsam gehen, können wir vorübergehend Personal für Deutschland einsetzen. Unser Ziel ist aber, die Kunden regional zu betreuen.

Wenn Sie am 15. Juni 2027 auf das erste Jahr in Deutschland zurückblicken: Wann wäre dieser Start für Sie ein Erfolg? Geht es um Kundenzahlen, um die Kündigungsquote oder darum, dass man im Markt über Sie spricht?

Da ist das oberste Ziel, dass wir nur positive Kundenreaktionen haben. Das ist im ersten Jahr für uns das Wichtigste. Die Kunden sollen alle zufrieden sein.

Hilft Ihnen dabei, dass es keine Mindestvertragslaufzeit gibt? Ein unzufriedener Kunde kann dann schließlich einfach gehen.

Richtig. Wir haben keine Vertragslaufzeit, keine Vertragsbindung in diesem Sinne. Ich sage immer: Den Kunden bindet man nicht durch einen Vertrag. Den Kunden bindet man durch Kundenservice. Das ist unser oberstes Ziel.

Wie läuft die Buchung praktisch ab? Gibt es eine App, oder buchen Kunden über die Webseite? Und gibt es eSIM oder eine physische SIM-Karte?

Wir haben unsere eigene Homepage. Dort sucht man sich das Angebot aus, gibt Adresse und weitere Daten ein und wählt, ob man eine eSIM oder eine physische SIM-Karte haben möchte. Man gibt auch an, ob man seine alte Rufnummer mitnehmen möchte und von welchem Provider diese alte Rufnummer zu uns wechselt. Dann kümmern wir uns um die Kündigung und um die Rufnummernmitnahme. Der Kunde kann sich ruhigen Gewissens zurücklehnen und wir machen diese Arbeit.

Wenn ich eine eSIM möchte und keine Rufnummernmitnahme brauche, könnte ich also direkt in wenigen Minuten aktiv Kunde sein?

Ja, das ist richtig.

Danke für das Gespräch.

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augustopjulio

I'm Augusto de Paula Júlio, creator of Tech Next Portal, Tenis Portal and Curiosidades Online, a hobby tennis player, amateur writer, and digital entrepreneur. Learn more at: https://www.augustojulio.com.